Seit Oktober 2024 bietet das PIKSL Labor die sog. Digitalbegleiter:innen-Ausbildung an. Dabei geht es darum, die Teilnehmenden so auszubilden, dass sie im Nachgang ein eigenes Digital-Projekt umsetzen. Die Teilnehmenden wissen am besten, was der eigene Träger braucht und können sich so Projekte suchen, die zum einen Anklang finden und ihnen zum anderen auch Spaß machen. Der Peer-to-Peer-Gedanken steht hierbei im Vordergrund, um Projekte auf Augenhöhe zu gestalten: Also von der Zielgruppe für die Zielgruppe. So kann digitale Teilhabe für alle geschaffen werden.

Im Rahmen dieser Ausbildung, gefördert durch die Aktion Mensch, durfte das PIKSL Labor Düsseldorf bei der Diakonie Düsseldorf diese Schulung durchführen. Die Tagesklinik für Suchtkranke der Diakonie Düsseldorf e.V. begleitet Menschen mit Substanzkonsumstörungen im Hinblick auf Alkohol, Medikamente und Drogen auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. Die Rehabilitationsdauer beträgt in der Regel bis zu 14 Wochen im Falle einer Konsumstörung von Alkohol und Medikamenten und bis zu 20 Wochen bei einer Konsumstörung von Drogen.

Die Tagesklinik ist ein integraler Teil des Suchtberatungs- und Therapiezentrums. Neben der Tagesklinik ist dort auch die Fachambulanz verortet, die Angebote der Suchtprävention, der Suchtberatung (auch bei verhaltensbezogenen Nutzungsstörungen), der ambulanten med. Rehabilitation und der Suchtnachsorge vorhält. Klient:innen können dort im Vorfeld der tagesklinischen Behandlung auf diese Maßnahme vorbereitet und dann in die Tagesklinik vermittelt werden, sowie nach dem Ende der ganztägig-ambulanten Therapiedauer weiter im Rahmen der Weiterbehandlung oder Nachsorge betreut werden.

Die med. Rehabilitation im ganztägig-ambulanten Setting ermöglicht den Rehabilitand:innen der Tagesklinik weiterhin in ihrem gewohnten sozialen Umfeld zu leben und neue Strategien direkt im Alltag zu erproben. Zum therapeutischen Angebot gehören Einzel- und Gruppentherapie, ärztlich-psychiatrische Angebote, Ergotherapie und weitere berufsbezogene Maßnahmen, Sport und Entspannungsangebote, sowie Angebote im Bereich der Ernährungstherapie. Zudem kann bei entsprechender Indikation eine integrierte Traumabehandlung durchgeführt werden.

Ein besonderer Schwerpunkt der med. Rehabilitation liegt auf der beruflichen Wiedereingliederung. Viele Rehabilitand:innen stehen nach längeren Phasen der Arbeitslosigkeit, gesundheitlichen Einschränkungen oder beruflichen Unsicherheiten vor der Herausforderung, ihre berufliche Zukunft neu zu gestalten.

Hier setzt das Projekt „DigiPeers“ an: Ehemalige Rehabilitand:innen werden geschult, um aktuelle Rehabilitand:innen bei digitalen Themenstellungen zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise die sichere Nutzung des Internets, die Recherche von Stellenangeboten, digitale Bewerbungsprozesse sowie die Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Durch den Austausch auf Augenhöhe werden digitale Kompetenzen gestärkt und die Teilhabe am Arbeitsleben gefördert.

„Mit Projekten wie den „DigiPeers“ wird sichtbar, wie der Ansatz der Digitalbegleiter:innen-Ausbildung wirkt: Menschen entwickeln eigene Ideen, setzen sie in ihrem Umfeld um und schaffen so digitale Teilhabe auf Augenhöhe.“

 

Titelbild: canva.com