Die In der Gemeinde leben gGmbH (IGL) unterstützt den Aufruf unserer Muttergesellschaft Diakonie Düsseldorf, sich am Protest gegen den angekündigten Auftritt von Björn Höcke am Montag, 23. Februar, im Kulturhaus Süd in Düsseldorf-Garath zu beteiligen. Der Politiker wurde vom Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) eingeladen. Im Vorfeld hatten die Ratsfraktionen von SPD/Volt und Die Linke versucht, die Anmietung des Kulturhauses zu verhindern. Einen entsprechenden Antrag lehnte eine Mehrheit allerdings ab.
Als Teil der Diakonie stehen wir für ein christlich geprägtes Menschenbild, das die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen in den Mittelpunkt stellt. Rassistische, antisemitische sowie menschen- und demokratiefeindliche Positionen sind mit unserem Selbstverständnis nicht vereinbar. Deshalb schließen wir uns dem klaren Widerspruch unserer Muttergesellschaft ausdrücklich an.
Wer ist Björn Höcke?
Björn Höcke ist ein führender Vertreter des völkisch-nationalistischen Flügels der AfD und prägt seit Jahren die inhaltliche Ausrichtung der Partei maßgeblich mit. Er steht immer wieder wegen rechtsextremer, geschichtsrevisionistischer und ausgrenzender Aussagen in der Kritik. Seine politischen Positionen zielen auf ein ethnisch definiertes „Volksverständnis“ ab, das Menschen nach Herkunft und Zugehörigkeit einteilt – ein Denken, das der Idee einer offenen, vielfältigen und solidarischen Gesellschaft fundamental widerspricht.
Warum betrifft uns das als IGL besonders?
Die IGL begleitet und unterstützt Menschen mit Behinderungen in unterschiedlichen Lebensbereichen. Unsere Klient:innen sind Teil unserer Gesellschaft – mit denselben Rechten, derselben Würde und demselben Anspruch auf Teilhabe wie alle anderen.
Die Ideologie der AfD enthält Positionen, die soziale Sicherungssysteme infrage stellen, Inklusion relativieren oder gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausspielen. Eine Politik, die Menschen nach „Leistungsfähigkeit“, Herkunft oder vermeintlichem „Nutzen“ bewertet, steht im direkten Gegensatz zu unserem Auftrag.
Gerade Menschen mit Behinderungen sind in besonderer Weise auf eine solidarische, demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft angewiesen. Sie brauchen Schutzräume, verlässliche Unterstützungsstrukturen und eine Politik, die Vielfalt als Stärke begreift – nicht als Problem. Historisch wissen wir, wohin Ausgrenzung, Abwertung und menschenfeindliche Ideologien führen können. Für uns als Träger der Eingliederungshilfe ergibt sich daraus eine besondere Verantwortung.
Gemeinsam Haltung zeigen
Die Geschäftsführung der IGL unterstützt daher den Aufruf der Diakonie und hofft, dass möglichst viele Mitarbeiter:innen und Klient:innen der IGL am 23. Februar in Garath gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit zu setzen. Zum Protest gegen den Auftritt des AfD-Politikers haben sich bereits die Bürgerinitiative „Garath tolerant und weltoffen“, diverse Politiker:innen und Vertreter:innen der örtlichen Kirchengemeinden sowie viele Bürgerinitiativen, Vereine und Gruppen der hiesigen Stadtgesellschaft angekündigt. Ein Highlight der Proteste wird der Motivwagen des bekannten Karnevalswagenbauers Jacques Tilly sein, der bereits beim Rosenmontagszug 2024 zum Einsatz gekommen war und nun auch den aktuellen Protest visuell unterstützt. Auf dem Mottowagen ist ein großer, bunter Fischschwarm zu sehen, der einen kleineren Fisch mit AfD-Symbol verschluckt.
Auch das Bündnis „Kultur gegen Nazis“, wird sich mit einer mobilen Bühne für Redebeiträge und Live-Musik den Protesten anschließen. Bespielt wird die Bühne vom zakk Düsseldorf und Rock gegen Rechts Düsseldorf e.V.
Zeitplan:
🕔 17:00 Uhr – Start der Hauptdemonstration
• Das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“ ruft dazu auf, sich um 17 Uhr am S-Bahnhof Garath zu treffen. Von dort soll ein Protestzug in Richtung Kulturhaus Süd starten, begleitet von dem Motto: „Kein Platz für Faschisten in Düsseldorf, kein Raum für Björn Höcke!“
• Das Bündnis „Kultur gegen Nazis“ plant, ab 17 Uhr mit ihrer LKW-Bühne hinter dem Kulturhaus Süd zu stehen.
🕕 18:00 – 20:00 Uhr – Aktionen „Garath ist bunt, nicht braun“
• Die Initiative „Garath tolerant und weltoffen“ plant dagegen an verschiedenen Orten im Süden Düsseldorfs Protest-Aktionen zwischen 18 Uhr und 20 Uhr.
• Geplant sind mehrere Kundgebungs-Stationen z. B. am Nikolaus-Groß-Platz, Heinrich-von-Brentano-Platz und Miep-Gies-Platz.
Nähere Informationen werden noch bekannt gegeben.
Lasst uns gemeinsam Flagge zeigen – für Demokratie, Menschenwürde und eine Gesellschaft, in der jede und jeder willkommen ist – unabhängig von Behinderung, Herkunft, Religion oder Lebensweise.
Titelbild: Der Mottowagen von Jacques Tilly beim Rock Gegen Rechts Festival 2024 (Fotograf: lethalfrequenzy.photo)